Retrodaddler

Die Welt der klassischen Videospiele

Kategorie: Allgemein

[Muss sie alle fangen: Teil 17] Wie ich endlich meinen dex komplettiere(n will) – Gen 1

Teil 17 – Finale

 

Pokémon Rot und Blau waren im ausgehenden zweiten Jahrtausend keine kollaborativen Spiele. Versteht mich nicht falsch, theoretisch waren sie darauf natürlich ausgelegt. Aber in der Realität waren die Hürden zu groß. Nur ein Bruchteil der damaligen Casual Gamer werden je alle 150 Pokémon gefangen haben. In den seltensten Fällen dürfte dieses Spielziel durch Interaktion mit einem Kumpel gelungen sein.

Während ich Amonitas hochpäpple, frage ich mich, ob sich diese Reise gelohnt hat. Ungefähr 60 Spielstunden habe ich verbraten, vielleicht sogar mehr. Immerhin muss man auch die langen Stunden der Suche nach dem passenden Equipment dazurechnen. Spaß hat es mir auf jeden Fall gemacht. Allerdings verkleisterte bei mir ein nostalgischer Nebel die Sinne. Ich frage mich, wie es gewesen sein muss, als Jugendlicher um die Jahrtausendwende selbiges Husarenstück zu vollbringen.

Vermutlich saßen viele – ähnlich traurig wie ich – alleine vor zwei verlinkkabelten Game Boys, in denen die beiden Versionen des Gen-1-Titels steckten. Immerhin konnten sie damit am nächsten Tag auf dem Pausenhof prahlen. Ich ziehe es vor, mein Projekt zu verheimlichen.

Fazit: Ich würde es wieder machen, allerdings keinem zur Nachahmung anstiften. Wenn ihr verrückt seid, macht es schnell. Man steht im Wettlauf mit den Modulbatterien der Game-Boy-Spielefamilie. Hätte ich nicht diese vierte Wand zwischengeschaltet und darüber gebloggt, vermutlich hätte ich nicht durchgehalten. Unabhängig davon, wie viele oder wenige mitgelesen haben. Danke für eure Aufmerksamkeit.

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[Muss sie alle fangen: Teil 16] Wie ich endlich meinen dex komplettiere(n will) – Gen 1

Teil 16 – Ziellinie im Blick

 

Da ich Arctos bereits in der roten Version gefangen haben, kann ich mir die Seeschauminseln entgegen meiner Ausführungen im letzten Teil sparen. Nicht vernachlässigen darf man auch in dieser Phase des Spiels das Training seiner Pokémon. Ich muss noch Pyro und Giovanni besiegen, um es auf die Siegesstraße zu schaffen und dort Lavados als vermeintlich letztes Pokemon zu fangen.

Von Alabastia aus reise ich auf Kingler in Richtung Zinnoberinsel. Als erstes gebe ich mein Helixfossil in die Obhut des Forschungslabors. Im Pokemonhaus brauche ich nur drei Minuten, um (an richtiger Stelle, dem zweiten Obergeschoss) Magmar zu fangen. Den ?-Öffner finde ich ebenfalls in Rekordgeschwindigkeit. Pyros Arena erweist sich dank Kingler und Sandamer als Klacks, obwohl ich nun nicht mehr wirklich überlevelt bin. Ich drücke auch deshalb auf die Tube, um die Batterie nicht unnötig zu belasten.

Die Ziellinie im Blick habend beschleicht mich ein Gefühl leiser Beklommenheit. Das Projekt ist mir ans Herz gewachsen. Wie so oft war der Weg das Ziel. Obwohl ich eben noch über die Safarizone fluchte, beschleicht mich bereits ein Gefühl der Melancholie. Ernsthaft spiele ich mit dem Gedanken, mit der blauen Version doch noch eine neue Runde zu starten, um dort Mew zu holen. Mal sehen.

Einen Abend später stelle ich mich den In-Game-Herausforderungen: Giovanni besiegen, den Rivalen (ich nenne ihn Olm) schlagen, auf der Siegesstraße möglichst schnelle Lavados fangen. Schnell ist hier gar kein Ausdruck, da man das Pokémon erreicht, bevor es an den wirklich komplizierten Teil des „Steine-in-die-Löcher-Schiebens“ geht. Obwohl es längst viel zu spät ist – die Nacht ist halb rum – mache ich Nägel mit Köpfen und beginne Lavados, Tauros, Relaxo, Magmar, Nockchan und Amonitas zu tauschen.

Es ist geschafft. Ich habe 149 Pokémon auf ein und demselben Modul vereint. Es fehlt nur noch Amoroso: ein Ausflug in die Pokémon-Liga. Ich kann nicht anders, als in diesem Moment den Themesong laufen zu lassen.

 

[Muss sie alle fangen: Teil 15] Wie ich endlich meinen Pokédex komplettiere(n will) – Gen 1

Teil 15 – Der saure Apfel – Jagd nach Tauros

Mittlerweile habe ich Nockchan in Saffronia City eingesackt und auch die storyrelevanten Quests erledigt. Normalerweise ginge es jetzt in Richtung Seeschauminseln. Da ich für den Rest meiner 150-Pokémon-Jagd aber kaum noch Hindernisse zu überwinden habe, widme ich mich lieber gleich dem größten davon: Tauros.

Rund vier Spielstunden hänge ich nun – zusammengerechnet – in der Safarizone. Mal erscheint Tauros dreimal, oft genug gar nicht. Das Hin- und Hergelaufe im kurzen Grasabschnitt ist faszinierend monoton. Faszinierend deshalb, weil die Muss-sie-alle-fangen-Herausforderung auch ansonsten nicht arm an monotonen Aufgaben ist. Das Hochleveln, Neustarten, Tauschen und A-Drücken in der Spielhalle sind ebenfalls echte Zeitfresser. Hier spürt und sieht man aber effektiv den Fortschritt, weshalb auf dem Weg kleine Erfolgserlebnisse die Motivation hochhalten. Bei Tauros ist das anders.

Hier erwische ich mich im Gegenteil dabei froh zu sein, wenn möglichst wenige Pokémon erscheinen. Man ist erleichtert, wenn es schnell vorbei ist, auch wenn damit einhergeht, dass man keinen Schritt vorwärts gemacht hat. Es handelt sich meines Erachtens um einen groben Designschnitzer, bei dem man gut daran tut, ihn nicht persönlich zu nehmen.

Doch damit lügt man sich selbst an. Natürlich haben die Entwickler dieses frustrierende Moment eingeplant. Dafür spricht, dass das Spiel trotz seines Alters hervorragend schlüssig und gut aufgebaut ist. Ein Beispiel dafür bietet ausgerechnet das vierte Areal der Safarizone. Hat man erstmal die VM Surfer eingesackt, kommt man mit nur 76 Schritten erneut zu jenem Bereich, in dem Tauros zumindest mit einer Wahrscheinlichkeit von 4% auftaucht.

 

tauros lotterie

Nur ein Glücksspiel: Fang-den-Tauros

 

Laut https://www.dragonflycave.com/calculators/gen-i-catch-rate beträgt die Chance, das Monster dann mit einem Safariball zu fangen, knapp über 10%. Auf die Gefahr hin, mein stochastisches Halbwissen zu offenbaren, kommen wir somit auf eine Wahrscheinlichkeit von 25 * 10 = 250, dass ein auftauchendes Pokémon a.) Tauros ist und sich b.) fangen lässt. Verglichen damit, dass man pro Safariausflug rund 30 Pokémon im hohen Gras antrifft, ist das kein schlechter Wert. Erfahrungsberichte in Foren oder dem bereits gezeigten Video (Teil 9), zeugen dem hingegen eher von kalter Verzweiflung. Tauros ist der saure Apfel, in den man beißen muss, wenn man wirklich alle 150 Pokémon fangen will.

Naja, einer davon.

 

Nachtrag: Nur Stunden, nachdem ich dies schrieb, fing ich Tauros schließlich. Kurioserweise erschienen gleich zwei in Folge: unmittelbar nacheinander (Distanz vier Schritte) und sofort nach Start einer weiteren Safarirunde. Damit geht es nun mit der Story weiter. Es fühlt sich surreal an.

Nachtrag 2: Persönlich vermute ich, dass die Entwickler durch die seltene Fang- und Erscheinrate den maximalen Endorphinausstoß erreichen wollten. Ohne bereits ein Fazit zu ziehen – ich muss mich schließlich noch ins Ziel retten, jederzeit könnte mein Equipment versagen – lässt sich sagen: Dem ist nicht so. Es hätte bei der ersten Safaritour passieren können oder bei der einhundertsten. Dadurch wird der „Erfolg“ entwertet: Er ist arbiträr und willkürlich. Das gilt im Prinzip zwar für alle Pokémon, die man in freier Wildbahn fangen muss. Aber hier wird der Bogen überspannt. Zumindest erklärt mir diese Episode ein bisschen, weshalb sich gerade in der Anfangsphase des Spiels so viele Mythen um einzelne Bestandteile ranken konnten.

[Muss sie alle fangen: Teil 14] Wie ich endlich meinen Pokédex komplettiere(n will) – Gen 1

Teil 14 – Switch-Training im roten Universum – 143 Pokémon

 

Durch die Spezialerfahrungspunkte brauchte ich nur zwei (!) Pokémonliga-Durchgänge, um Glumanda zu Glurak, Sandan zu Sandamer, Mauzi zu Snobilikat und auch Knofensa zu Sarzenia zu entwickeln. Am Ende werden die siegreichen Pokémon – neben den Azubis im Team entscheide ich mich für Garados und Ibitak – bekanntlich in der Ruhmeshalle eingetragen. Ganz am Ende findet eine Bewertung des eigenen Pokédex statt. Der Erzähler gibt sich sprachlos und lobt mich als Autorität in Sachen Pokémon. Das ist ein klein wenig witzig. Mir gefällt es, Textbausteine aus einem Modul zu kitzeln, die erst im späten Spielfortschritt auftauchen. Nachdem Sarzenia via Blattstein zum Ultrigaria wurde, besitze ich 143 Pokémon. Das Ziel ist nun zum Greifen nah.

Relaxo (besitze ich bereits), Magmar (muss noch gefangen werden), Lavados (dito) und Amonitas/Amoros (geht erst auf der Zinnoberinsel) sind – soweit ist mir mittlerweile klar – nur noch eine Sache von wenigen Stunden. Vom reinen Glück (und der technischen Unversehrtheit meiner Game Boys) hängt nur ab, wann ich schließlich Tauros fange. Meine Taktik geht wie folgt: Um möglichst selten speichern zu müssen (ich bilde mir ein, so die Batterie zu schonen), beende ich jeden Trip in die Spielwelt mit dem Gang in die Safarizone. Bis zum Bereich, in dem Tauros erscheint, brauchte man genau 76 (von 500 möglichen) Schritte. Dort angekommen setze ich einen Speicherpunkt und latsche mir die Füße wund. Noch gibt es allerdings keinen Grund, mangelndes Glück zu beklagen. Ich darf nicht den Fehler machen, mein Fortune mit Chaneira als Maß anzulegen. (20 Minuten, drei Versuche.) Bislang tauchte Tauros in sechs Safarizonenbesuchen viermal auf.

Schalte ich das Spiel dann wieder an, kann ich es gleich aufs Neue probieren. Ich werde weiterhin Buch führen. In der Story geht es nun zurück nach Fuchsania City. Dort wartet noch Nockchan.

[Muss sie alle fangen: Teil 13] Wie ich endlich meinen Pokédex komplettiere(n will) – Gen 1

Teil 13 – Hausaufgaben in Prismania City

 

Ausgerüstet mit einem starken und zu hoch gelevelten Team ist es kein Problem, in recht geringer Zeit Prismania City zu erreichen und dort die anfallenden storyrelevanten Aufgaben zu erfüllen. Im Grunde geht es um die Suche nach der Pokéflöte. Bezüglich der 150-Pokemon-Queste ist Prismania City die erwartete Schlüsselstadt. Neben den bereits gefangenen Monstern Mauzi, Knofensa und Sandan gesellt sich nun Vulpix dazu. Das dritte Evoli ist schnell geholt. Pinsir kaufe A-drücke ich in der Spielhalle. Sechs Pokémon warten nun darauf, in die rote Dimension getauscht zu werden.

Doch ich schiebe das eigentliche Ziel vor mir her. Das Misstrauen meinem Equipment gegenüber sorgt dafür, dass ich die Module nur ungerne in die alten Game Boys schiebe. Ehrlich gesagt fühlt sich die Funktionalität des Linkkabels für mich wie ein mittelgroßes Wunder an. Vermutlich falle ich doch noch dem Wahnsinn anheim.

Gleichzeitig ist nämlich nicht von der Hand zu weisen, dass ich ins Spiel zu versinken drohe. Das passiert immer: Obwohl ich Kanto nun geschätzt zum vierzigsten Male durchlatsche, fühlt es sich immer wieder aufs Neue magisch an. Dabei skippe ich mehr Trainer denn je und halte mich an die Kernaufgaben. Dazu zählt – sowohl in Puncto Spielprogression als auch der Jagd nach allen Pokémon – das Fangen von Relaxo. Da es keine Weiterentwicklung kennt, nehme ich es in mein Team auf. Nach acht Spielstunden sind wir bereits in Fuchsania City angekommen. Dort überwinde ich meine paranoiden Auswüchse und tausche die eingangs erwähnten Pokémon , bevor es auf die In-Game-Suche nach den VMs Surfer und Stärke geht.

 

gameboys

 

Technisch funktioniert auch diese Tauscharie einwandfrei. Da ich im roten Universum noch einige schlagkräftige Pokémon für Switch-Training benötige, wandern auf das blaue Modul nur schwächere Monster wie Piepi und Tangela. Ein schönes Gefühl, verbuchte ich derlei Pokémon unter normalen Umständen doch als besonders rare Wesen ihrer Gattung.

Nachdem das Linkkabel entfernt wurde, hole ich mir schnurstracks Aquana und Vulnona. Die Gesamtzahl meiner Pokémon steigt damit auf 137/150. Für Sarzenia kaufe ich bereits einen Blattstein, muss Knofensa jedoch erst in Ultrigaria verwandeln. Da es nun in der roten Versionen einige Hausaufgaben nachzuholen geht, fahre ich zunächst dort fort.

[Muss sie alle fangen: Teil 12] Wie ich endlich meinen Pokédex komplettiere(n will) – Gen 1

Teil 12 – Neue Reise, unerwartete Probleme

 

Zunächst habe ich fast ein schlechtes Gewissen, Kevins Spielstand zu überschreiben. Obgleich ich keine Ahnung habe, wer Kevin ist, bin ich dem Vorbesitzer meines Moduls zu großem Dank verpflichtet. Er schenkte mir unerwartet ein zweites, unentwickeltes Evoli.

Natürlich überwinde ich den sentimentalen Anflug und schnappe mir Glumanda als Starter. Noch bevor es in den Vertania Wald geht schnappe ich mir zudem ein Taubsi. Da ich zunächst Rocko besiegen muss und Abra (Level 10) / Krabby (Level 15) erst danach tauschen möchte, entpuppt sich das als taktischer Fehler. Eine halbe Stunde zieht alleine für das Hochleveln ins Land. Dank Sandwirbel und Verbrennungen durch Glut gelingt es mir schließlich, Rocko zu besiegen. Danach tausche ich Glumanda ins rote Universum und hole mir von dort die besagten VM-Sklaven/Teammitglieder.

Was ich nicht auf dem Zettel hatte, da ich es schlicht noch nie probierte: Vor Besitz des zweiten Ordens gehorchen getauschte Pokemon nicht. So kommt es, dass ich mich alleine mit Taubsi durch den Mondberg kämpfen muss. Das ist – wie man sich vorstellen kann – ein zähes, wenngleich notwendiges Unterfangen. Denn auch gegen Misty benötige ich ein schlagfertiges Pokemon.

Diese Betriebsbremse ist lästig: Kaum habe ich es endlich durch den Mondberg geschafft, führt der erste Trainer auf der Route Richtung Azuria City ein Team-KO herbei, weshalb ich erneut in Marmoria anfangen muss. Mpf. Helixfossil und kurz darauf Sandan wandern jedoch in meinen Besitz. Misty bezwinge ich ein letztes Mal mit Taubsi und lehre Krabby die von ihr überreichte TM Blubbstrahl. Da man in Azuria zugleich die TM Schaufler bekommt, verfrachte ich Sandan in mein Team und werfe Taubsi raus. Er bleibt wegen der VM Fliegen natürlich trotzdem im Team. Ich denke auch daran, ein neues Sandan für den Tausch auf Rot zu fangen.

Von nun an flutscht es gewaltig. Abra und Krabby entwickeln sich gefühlt von allein, da sie Spezialerfahrungspunkte sammeln. Sandan bzw. wenig später Sandamer sind für einen Spieler, der auf Rot unzählige Male Digda/Digdri ins Team nahm, überraschend stark. Auf dem Weg nach Orania City schnappe ich mir Mauzi und Knofensa. Mittlerweile bin ich so überlevelt, dass ich mir auf der MS Anne fast die Hälfte der Trainer spare. Major Bob hat gegen Sandamers Schaufler trotzdem keine Chance. Um Krabby perspektivisch nur Stärke und Surfer, nicht aber Zerschneider beibringen zu müssen, lehre ich dem Erdpokemon zudem diese VM. Sein finales Move-Set soll Schaufler, Erdbeben, Schlitzer und Zerschneider beinhalten. Die perfekte Symbiose für diese Art von Spiel.

[Muss sie alle fangen: Teil 11] Wie ich endlich meinen Pokédex komplettiere(n will) – Gen 1

Teil 11 – Evoli-Revolution

 

Nach nur einem Tag unterwegs in den Gefilden der Deutschen Post erreicht mich Pokémon Blau. Ich kann die Geschwindigkeit kaum fassen, wage es jedoch nicht, das Modul sofort in Betrieb zu nehmen: Zu sehr fürchte ich mich vor einer weiteren Enttäuschung.

Schließlich nehme ich das gepflegt anmutende Spiel doch in die Pflicht. Zu meiner positiven Überraschung ist der Spielstand eines gewissen Kevins noch zwischengespeichert. Darauf hatte ich insgeheim gehofft, bietet dieser Umstand doch die geringe Möglichkeit, dass der Vorspieler ein noch nicht entwickeltes Evoli in seinem Besitz hat.

Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit ist dem tatsächlich so. Kevin – dem ich wirklich zu Dank verpflichtet bin – hatte 26 Spielstunden auf dem Buckel und kämpfte sich gerade durch den Fahrradweg. Sein Evoli ruht in Box 1. Ich werfe meine Pläne über den Haufen und tausche neben Evoli bereits jetzt Maschock, Georock, Kadraba und Alpollo, die sich brav entwickeln und nach dem Rücktausch in meinen Pokédex wandern. Nach dem Motivationsloch der letzten Tage kommt es mir surreal vor, wie schnell sich die technischen Probleme beheben ließen. Mehr Glück kann man kaum haben. Mein Dex schnellt auf 129 Einträge. Noch wichtiger ist jedoch, dass ich nun – vorausgesetzt ich mache keine Fehler – alle verbliebenen Pokémon in einer Session holen kann. Da dazu auch Lavados zählt, erleichtert mich dieser Gedanke sehr. Das legendäre Feuer-Pokémon erhält man erst kurz vor der Pokémon-Liga.

Um jeden etwaigen Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden, kontrolliere ich vor dem Start einer neuen blauen Reise meinen roten Pokédex ein letztes Mal ganz genau – und aktualisiere mein Vorgehen.

129/150

Es fehlen:

  • Tauros – Das wird kein Vergnügen. Safarizone Areal 4, Fangquote 4%.
  • Glumanda, Glutexo, Glurak – Glumanda muss nach wie vor sofort getauscht werden, um alle Entwicklungsstufen auf der roten Version abzustauben. Im Austausch gibt’s ein Abra, womöglich außerdem ein Krabby als VM-Sklave. Surfer und Stärke sind zum Durchspielen ohne Ambitionen in Ordnung, vorher gilt es sich „durch-zu-Blubber-n“. Zerschneider ist zu Spielbeginn – mit einem overlevelten Krabby – akzeptabel. Abra kann Blitz lernen. Ein Flug-Pokémon für Fliegen ist relativ leicht zu finden.
  • Amonitas, Amoroso – Gibt’s im Mondberg (Helixfossil). Kann erst auf der Zinnoberinsel wiederbelebt werden.
  • Sandan, Sandamer – Route 4, direkt nach dem Mondberg. Kann in Azuria City getauscht werden.
  • Knofensa, Ultrigaria, Sarzenia sowie Mauzi, Snobilikat – Die Vorentwicklungen befinden sich in der Nähe der Pokémon-Pension.
  • Vulpix, Vulnona – Route 7 (Saffronia, Prismania).
  • Evoli, Aquana – Prismania-City
  • Pinsir – Spielhalle Prismania-City. Es ist faszinierend, wie viele der nur mit zwei Versionen zu bekommenden Monster in Prismania und Saffronia City hausen.
  • Nockchan – Dojo in Saffronia.
  • Magmar – Pokémon-Haus, zweites Obergeschoss, 10%. Kann zusammen mit dem wiederbelebten Amonitas getauscht werden.
  • Relaxo
  • Lavados

 

Auf geht’s!

[Muss sie alle fangen: Teil 10] Wie ich endlich meinen Pokédex komplettiere(n will) – Gen 1

Teil 10 – Abschied vom roten Paralleluniversum: Letzte Vorbereitungen

 

Stand jetzt befinden sich 124 Pokémon in meinem Besitz. Während ich auf das blaue Modul warte, bereite ich mich auf die – hoffentlich funktionierende – Tauscharie vor. Es gilt möglichst schnell Glumanda auf Rot zu übertragen und Georok, Maschock, Alpollo und Kadabra via Doppeltausch zu entwickeln/meinem roten Pokédex hinzuzufügen. Da Glumanda dann in der notwendigen blauen Queste nicht zur Verfügung steht, muss ich abwägen, mit welchen Pokémon ich dieselbe durchzuführen gedenke.

Um Zeit zu sparen, fange ich mir bereits jetzt einen VM-Sklaven: Krabby. Des Weiteren packe ich ein Abra ein: Es kann nicht schaden direkt mit einem Psycho-Pokémon zu beginnen, auch wenn es zu Beginn nur Teleport beherrscht. Weitere Planungen verbitte ich mir, da ich zunächst abwarten muss, ob das blaue Modul überhaupt funktioniert.

Unterdessen vertreibe ich mir die Zeit in der Safarizone. Tauros tut mir tatsächlich den Gefallen und lässt sich ganze zweimal blicken. Trotzdem flieht es spornstreichs, man kann nicht alles haben. Das ist wirklich ein besonders garstiges Pokémon… Ich frage mich, wie Ash gleich dreißig Taurosse (ist das der richtige Plural?) fangen konnte.

 

 

Achso…

Mehr kann ich vorerst nicht tun. Die Spannung steigt.

[Muss sie alle fangen: Teil 9] Wie ich endlich meinen Pokédex komplettiere(n will) – Gen 1

Teil 9 – Rote Resterampe

 

Bereits im letzten Teil habe ich angerissen, dass ich für den Erwerb der blauen Edition bis über die preisliche Schmerzgrenze hinausgehen musste. Dass ich es trotzdem tat, stimmt mich bezüglich meiner Motivation optimistisch. Als Casual Player mit dem Herzen eines Core-Gamers habe ich in vielen vergleichbaren Fällen schon weit früher die Flinte ins Korn geworfen.

Generell kann ich jetzt schon sagen, dass eine Queste wie die Suche nach allen 150 Pokémon der ersten Generation gut geplant sein will. Durch das Alter der Module und den physikalisch zwingenden Verschleiß ihrer Batterien bin ich zwar beileibe nicht der erste, der diese Herausforderung zu meistern versucht. Ausgestattet alleine mit dem Retro-Equipment gehöre ich aber womöglich zu den letzten. Das ist okay, denn abseits meiner blumigen Beschreibungen ist dieses Unterfangen recht dröge.

Davon – so glaubte ich – würde auch meine Suche nach den Pokemons des Typs „Können noch (mit Rot alleine) gefangen werden, machen aber nicht zwingend Spaß“ zeugen: Porenta, Tragosso, Smogon & Smogmog, Tauros, Schlurp, Sichlor, Elektek. Was den mangelnden Spaßfaktor angeht, so muss ich gestehen, dass ich es mir schlimmer vorgestellt habe. Ehrlich gesagt war die Auswahl recht abwechslungsreich. Schlurp und Porenta gilt es einzutauschen. Das geht schnell, auch wenn ich zunächst ein Habitak fangen und Lahmus in den Poké-Boxen suchen muss. Tragosso läuft mir im Pokemonturm schnell über den Weg. Im Pokémonhaus finde ich sogar zuerst Smogmog (Wahrscheinlichkeit 4%), kurz darauf seine Vorentwicklung, weshalb ich auf eine weitere Trainingseinheit in der Liga verzichten kann. Auch Elektek im Kraftwerk macht keine Sperenzchen und landet alsbald in einem meiner Hyperbälle. Zusammen mit der nötigen A-Knopf-Vergewaltigung in der Spielhalle (ca. 14 Minuten), die es braucht, um Sichlor einzulösen, benötige ich keine anderthalb Stunden für dieses bunte Potpourri.

Es bleibt an diesem Tag somit sogar noch Zeit für einen Ausflug in die Safarizone. In einem frühen Teil dieser Serie habe ich stolz darauf hingewiesen, wie viel Glück ich seinerzeit mit Chaneira hatte. Bei Tauros bin ich mir lange Zeit nicht mal sicher, ob ich mich überhaupt im richtigen Areal befinde: Es will partout nicht erscheinen.

 

 

Dieses Video hält auf wundervolle Weise fest, welche Mühen es kosten kann, bestimmte Pokémon in der Safarizone zu fangen. Mir gefällt dabei die nonchalante Geduld des Let’s Players, der zudem immer wieder auf die Wahrscheinlichkeiten rekurriert. Wenn ich mich recht entsinne brauchte er 23 Anläufe für Chaneira – und über vierzig für Tauros. Prost Mahlzeit. Immerhin bin ich mir jetzt sicher, an der richtigen Stelle zu suchen.

Im vermutlich letzten Teil, bevor es (hoffentlich) mit Blau weiter geht, widmen wir uns den Vorbereitungen, die es für diese Reise zu treffen gilt.

 

Teil 10 – Abschied vom roten Paralleluniversum: Letzte Vorbereitungen

[Muss sie alle fangen: Teil 8] Wie ich endlich meinen Pokédex komplettiere(n will) – Gen 1

Teil 8 – Der Schlachtplan

 

Vor zwei Tagen bestellte ich eine weitere Kopie der blauen Edition. Sie soll sich angeblich in einem guten Zustand befinden. Hoffen wir das Beste. Ich bin mit 20 Euro (ohne Versand) preislich über die Schmerzgrenze hinausgegangen.

Vorerst nutze ich die Zeit, um einen Schlachtplan für die verbliebene Queste aufzustellen. Dafür katalogisierte ich die noch zu fangenden Pokémon.

 

Typ: Können noch gefangen werden, machen aber nicht alle Spaß

  • Porenta (In Orania City gegen Habitak tauschen)
  • Tragosso (Pokémonturm, in allen Geschossen Fangquote 9%)
  • Smogon (Pokémonhaus)
  • Smogmog (Level 35)
  • Tauros (Safarizone, Areal 4, 4%)
  • Schlurp (Im Wachhaus vor Fuchsania City (Radwegroute))
  • Sichlor (Safarizone, aber auch Spielhalle: 5.500 Münzen)
  • Elektek (Kraftwerk, 5%)

Vorgehen: Diese Pokémon lassen sich noch mit der roten Version fangen. Vermutlich werde ich dafür die verbliebene Zeit nutzen, bevor Blau ankommt. (Und: Ja, es stimmt, ich habe kein Tragosso, dafür aber ein Knogga. Das muss bei meiner vorausgegangen Nuzlocke-Challenge passiert sein.) Problematisch wird natürlich die Suche nach Tauros. Abseits der editionsspezifischen Pokémon, Evoli, der Fossile und Nockchan/Kinglee ist es eines der am schwersten fangbaren Monster. Ich wäre nicht verwundert, wenn die Challenge – irgendwann – mit Tauros endet. (Wenn sie endet…)

 

Typ: Triggern ab der ersten Spielminute – fehlendes Starterpokemon

  • Glumanda
  • Glutexo
  • Glurak

Vorgehen: Ich werde Glumanda in der blauen Version auswählen und direkt in Vertania City gegen ein starkes Pokémon tauschen. Vielleicht Quapsel. Das muss ich vorher dringend noch fangen.

 

Typ: „Geldruckmaschine“ Game Freaks – editionsspezifische Pokemon

  • Sandan (Route 4, nähe Mondberg – Azuria City)
  • Sandamer (Level 22)
  • Vulpix – (Route 7 Saffronia – Prismania)
  • Vulnona (Feuerstein)
  • Mauzi (Route 5, bei Pension)
  • Snobilikat (Level 28)
  • Knofensa (Route 5, Pension)
  • Ultrigaria (Level 21)
  • Sarzenia (Blattstein)
  • Magmar (Pokémonhaus, 2. Obergeschoss, 10%)
  • Pinsir (Spielhalle, 2500 Münzen, auch Safaripark, aber von dem habe ich die Schnauze voll)

Vorgehen: Die Pokémon befinden sich nur in der blauen Edition. Ich werde sie im Verlauf des ersten Durchspielens fangen und zeitnah tauschen.

 

Typ: Tausch mich oder troll dich

  • Simsala
  • Machomei
  • Geowaz
  • Gengar

Vorgehen: Diese Pokémon lassen sich nur durch Tausch entwickeln. Ich werde Kadabra, Maschock, Georok und Alpollo zum gleichen Zeitpunkt tauschen, wie Glumanda, allerdings sofort wieder zurücktauschen.

 

Typ: Qual der Wahl

  • Nockchan – Karate Dojo in Saffronia
  • Aquana
  • Blitza
  • Amonitas (Helixfosil im Mondberg wählen)
  • Amoroso

Vorgehen: Nockchan und ein weiteres Evoli zu holen – lästig, aber kein Problem. Furchtbarer wird die Queste nach dem nötigen dritten Evoli.

 

Typ: Beim letzten Durchspielen verpasst

  • Relaxo
  • Lavados

Hinweis: Diese Pokémon habe ich während der Nuzlocke-Challenge einfach besiegt. Besonders ärgerlich ist natürlich Lavados, da ich dafür das Spiel tatsächlich komplett durchspielen muss. Eine Möglichkeit besteht darin, alle anderen Pokémon so schnell wie möglich zu sammeln, um dann einen zweiten Durchlauf mit dem blauen Modul zu wagen. Das hätte zumindest den Vorteil, dass ich Mew – Nummer 151 – doch noch besorgen könnte. Wobei ich daran ehrlich gesagt wirklich kein Interesse habe. Es zählen die 150 „regulären“ Monster.

 

Ich bin gespannt, ob mein Equipment das überlebt. Fest steht für mich zumindest eins: Sollte die Batterie des roten Moduls irgendwann gelöscht sein, wird die Queste sofort abgebrochen.

 

Teil 9: Rote Resterampe